Wollgrasblüte in der Lüneburger Heide

Das Pietzmoor im Watterausch

 

Im April und Mai kannst du in den Mooren der Lüneburger Heide ein besonderes Naturschauspiel erleben. Das Wollgras befindet sich dann im Fruchtstand und überzieht große Flächen mit tausenden kleinen Wattebäuschen. Ganz korrekt ist die Bezeichnung "Blüte" allerdings nicht, denn genau wie beim Löwenzahn findet die Blüte bereits vor der Ausbildung der weißen Hüllfäden statt, die den Fruchtkörper umschließen. Korrekt müsste es also "Wollgrasfruchtstand" heißen - das klingt aber nur halb so gut. Der Blick aufs Wollgrasbarometer vor meiner geplanten Fototour war recht ernüchternd. Es war bis dahin noch nichts von den weißen Puscheln zu sehen. Der Wetterbericht versprach aber einen schönen (kalten) klaren Morgen, so dass ich mich trotzdem gegen 4.30 Uhr von meiner Unterkunft zum Pietzmoor bei Schneverdingen aufmachte.

 

Die Stimmung so früh am Morgen ist regelrecht verzaubernd. Die eisklare Luft ist von Vogelstimmen erfüllt, Nebel liegt über den Wasserflächen und am Horizont breitet sich langsam ein rosa Streifen aus, der sich nach und nach in goldenes Licht verwandelt. Schon am Eingang zum Moor konnte ich die ersten weißen Tupfen der Wollgräser erkennen. Da ich ohne große Erwartungen angereist war, kannst du dir sicher vorstellen, dass ich mich riesig gefreut habe. Es war ein wirklich märchenhafter Anblick. Ich genieße diese ruhige Zeit in der Natur sehr und wenn dann noch stimmungsvolle Aufnahmen dabei entstehen, ist es umso besser. Manchmal muss man wohl einfach der inneren Stimme folgen und abwarten, was dabei herauskommt.

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